Du brauchst keine Visitenkarten

„Visitenkarten, ich brauche unbedingt noch richtig gute Visitenkarten!“ Wer denkt so nicht, wenn er mit einem Business frisch an den Start geht? Und: Ja, natürlich brauchst du Visitenkarten! Sie öffnen dir nicht nur Türen, sind gut für dein Selbstwertgefühl und zeigen, dass du nun dazu gehörst, zu den Unternehmern, den Chefs, den Machern. Mit Visitenkarten bleibst du schließlich einfach bei dem in Erinnerung, dem du sie „feierlich“ überreicht hast, oder?

Ich verrate dir heute das Geheimnis der Visitenkarten

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Ich glaube auch, dass du Visitenkarten brauchst. Deshalb biete ich sie in meinem Shop ja auch günstig und in verschiedenen Designs an. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es schon ein ziemlich geiles Gefühl ist, wenn ich, ganz businesslike, so ein Kärtchen aus der Anzuginnentasche zücke. Ich bin dann wer in der Geschäftswelt – mit eigener Visitenkarte!

„Ich geb‘ Ihnen mal mein Kärtchen“, das ist so cool daher gesagt, wenn man bei einem Meeting oder der neuen Bekanntschaft im Café möglichst lässig seine Visitenkarte überreicht.

Mit welchem Ziel eigentlich?

Natürlich mit der Erwartung, dass mein Gegenüber diese Geste als Wertschätzung wahr- und annimmt, sieht, das ich (für ihn) wichtig bin und meine Karte wie ein kleines Heiligtum behandelt und aufbewahrt, bis er oder sie irgendwann meine Dienstleistung oder mein Produkt benötigt und sich dann an mich erinnert und meine wundervolle Visitenkarte wieder hervorkramt.

Wenn du im Network Marketing unterwegs bist, dann brauchst du sogar zwei Visitenkarten. Zwei verschiedene, meine ich. Eine für’s Geschäft, also wo es darum geht, dass du neue Partner finden möchtest und eine für’s Produkt, um Kunden zu finden. Im ersten Fall wirst du dich also als Lifestylecoach, Zukunftsplaner oder etwa als Chancengeber positionieren und im anderen Fall eben als Produktexperte, Berater oder (nicht so empfehlenswert) als – ACHTUNG: jetzt kommt das „böse“ Wort – Verkäufer. Jetzt kannst du also zielgruppenorientiert und frisch ans Werk und deine Visitenkarte beim Kontaktemachen als preisgünstiges Werbetool massenhaft an Mann und Frau bringen. Wenn auch vielleicht nicht sofort, werden die glücklichen Besitzer deiner Visitenkarte ganz sicher bald anrufen oder eine eMail schicken, weil sie sich für dein Geschäft oder dein Produkt, je nachdem welche der beiden Karten du ihnen überreicht hast, interessieren und darauf brennen, von dir zu kaufen oder eingeschrieben werden zu dürfen. Richtig?

Es ist ein Beziehungsgeschäft

Nein! Falsch! So funktioniert Network Marketing, Multi Level Marketing (MLM) oder eben Empfehlungsmarketing nicht! Natürlich ist das Business ein Quotengeschäft und du brauchst viele Kontakte auf deinem Weg zum Erfolg, aber es ist eben und zuallererst auch ein Beziehungsgeschäft! Beziehungen baust du aber nicht dadurch auf, dass du wahllos möglichst viele schöne Visitenkarten unters Volk schmeißt und dann nur noch darauf warten brauchst, dass gaaaaanz viele Menschen sich wieder bei dir melden. Ganz ehrlich: die haben alle nicht auf dich gewartet!

Halt, das stimmt so nicht. Ganz viele Menschen warten ganz genau auf DICH! Das sind die Menschen, die ein Problem haben. Sei es, dass ihnen am Ende des Geldes noch zuviel Monat übrig bleibt oder, dass sie mit irgendeiner Herausforderung kämpfen, bei deren Lösung ihnen dein Produkt helfen könnte. Diese Menschen brauchen dich und deine Hilfe! Nehmen sie diese Hilfe und Unterstützung aber von dir in Anspruch, nur weil sie irgendwann mal eine wunderschöne Visitenkarte von dir bekommen haben? Vermutlich nicht! Sie erinnern sich an dich und kommen gern auf dich zurück, wenn sie dich kennen, dich sympathisch finden und dir vertrauen, du also eine Beziehung zu ihnen aufgebaut hast und sie das Gefühl haben, dass du ihnen wirklich helfen kannst, eine Lösung für sie hast. Und irgendwann – früher oder später, je nachdem wie versiert du im Kontaktemachen und Beziehungsaufbau bist – greifen sie dann auch nach deiner Visitenkarte und melden sich bei dir.

Du siehst, selbstverständlich brauchst du Visitenkarten. Wenn du aber erfolgreich arbeiten möchtest, dann solltest du zwei Dinge beherzigen:

1.    „Schmeiß“ deine Visitenkarten nicht einfach so unters Volk.
2.    Gib deine Visitenkarte erst dann raus, wenn du die Visitenkarte oder die Kontaktdaten deines Gegenübers hast.

Und jetzt verrate ich dir noch, wie versprochen, das Geheimnis der Visitenkarten:

Dass jemand sich nur aufgrund deiner Visitenkarte bei dir meldet, ist eher die Ausnahme (es braucht eben den Beziehungsaufbau, wir sprachen gerade darüber). Wenn du Kontakte machst, dann geht es nur darum, dass du die Kontaktdaten deines Gegenübers bekommst, damit du dich wieder bei ihm melden kannst. Nur, wenn du diese hast, dann bist du „Herr“ des Verfahrens und kannst jederzeit deine neue Bekanntschaft anrufen. Eigentlich brauchst du dafür also gar keine eigene Visitenkarte. Außer aus Höflichkeit, wenn dein neuer Kontakt seine Daten rausgerückt hat und nun natürlich auch gern wissen möchte, mit wem er es zu tun hat. Erst in diesem Moment zückst du ganz seriös und businesslike deine VISITENKARTE.